Verdrängung durch Kindler & Fries

Stadtentwicklung in Linden-Nord

Wie viele andere auch, sehen sich die Mieter_innen des Hauses Limmerstraße 3-5 derzeitig mit erheblichen Veränderungen des Mietpreises konfrontiert. In dem Haus am Küchengarten, in dem vor einigen Jahren sämtliche kleine Läden der Bio-Markt-Kette Denns weichen mussten, wollen die Eigentümer_innen Kindler&Fries nun die Miete der über dem Bioladen gelegenen Wohnungen zum März um ca. 30-50% erhöhen. Begründet wird dies mit erfolgten Modernisierungsmaßnahmen, die vollständig auf die Miete umgelegt werden sollen. Neben der Tatsache, dass dieser Schritt auch aus staatlicher Perspektive nicht legal ist, da die vollständige Umlegung von durchgeführten Arbeiten auf die Mieter_innen nur bei Modernisierungsmaßnahmen möglich ist, es sich bei einigen der Arbeiten, die im und am Haus durchgeführt wurden aber um Instandsetzungsarbeiten, die von den Vermieter_innen selbst zu tragen sind, handelt, ist diese Art der Mietpreisentwicklung ein Zeichen des Prozesses, der unter anderem in Linden immer weiter voranschreitet. Die Stadt bzw. der Stadtteil werden umstrukturiert, die Mieten erhöht, und Menschen, die bei dieser Entwicklung nicht mithalten können, werden kontinuierlich verdrängt. Die steigenden Mietpreise, von in diesem Fall ca. 10€/m², können sich immer weniger Menschen leisten. Auf diese Weise findet eine strukturelle Selektion im Stadtteil statt. Mieter_innen mit Geld sind sowohl in den Wohnungen, als auch für das Angebot im öffentlichen Raum erwünscht. Anderen wird im selben Zug der Wohnraum genommen und sie werden durch die kapitalistische Veränderung des öffentlichen Raums, auch aus diesem immer mehr verdrängt. Es wird in Kauf genommen, dass die Sicherung des eigenen Wohnraums zum Mittelpunkt der Lebensplanung wird, weil für viele nur noch die Wahl besteht durchzuhalten und die viel zu teure Miete doch noch zu bezahlen oder wegzuziehen und damit Kiez und sozialen Bezugsraum zu verlassen. Die Stadtumstrukturierung geht auf Kosten der Menschen, während die Vermieter_innen ihren staatlich eingeräumten Spielraum nutzen, um an der fortschreitenden Aufwertung des Stadtteils zu verdienen. Diese Entwicklung schreitet seit Jahren voran.

Unsere Forderung bleibt bestehen: Wohnraum für alle! Wohnen darf keine Ware sein. Mieter_innen dürfen kein Spielball kapitalistischer Stadtentwicklung sein. Wir begreifen Wohnraum als ein existenzielles Gut, das weder in der Limmerstraße 3-5 noch sonst wo nach kapitalistischen Interessen ausgerichtet sein darf.